"1629
In Deutschland brennen die Scheiterhaufen.
Krieg, Hunger, Seuchen entvölkern
Städte und Dörfer.
Gott darf nicht schuldig sein.
Schuldig ist allein der Teufel
mit seinen Helfershelferinnen"
Im Cautio Criminalis
wendet sich der Jesuitenpater Spee
gegen die Vorverurteilungen
und schildert das pro cedere
der Hexenverfolgungen.
Ist ein öffentliches Verbrennen
nicht auch heute
in Form von Diffamierung,
Verleumdung,
veröffentlichen der Schwächen
oder Verfehlungen der Anderen
allgemein üblich
in Presse und Internet?
Hexenjagd
Hast du gehört oder geseh‘n
wie Leute oft zusammen steh‘n?
Sie schmieden den verruchten Plan,
wie man verdreht, was die getan,
die man zur Strecke bringen will -
Seid ruhig Freunde, schweigt fein still,
denn, wie bekannt in aller Welt,
man über kurze Beine fällt-
bei Lügnern oftmals vorzuweisen-
das sind die Lauten, Naseweisen,
die stets beteuern, sie sind ehrlich,
hört gar nicht hin, sie sind gefährlich,
die Heuchler, die auf Freundin machen,
um hinterrücks die zu verlachen,
die man hofiert und ehrlich tut,
als hätte man den größten Mut,
und stünde immer für sie ein.
Doch ziehen sie den Schwanz schnell ein,
wenn es ans eigne Leder geht.
„Ach, dass ihr mich nicht falsch versteht,
ich sagte so und so und meinte,
dass ich nur schütze, den der weinte.
Bin doch nur ehrlich jederzeit
und suche gerne weit und breit
nach Anhaltspunkten hier und dort,
für ein Verfehlen der vor Ort,
die wir so gar nicht leiden können.
Sie soll im Scheiterhaufen brennen!“
Und die Moral von der Geschicht
glaubt bitte Heimlichtuern nicht,
die hinter ihrem Mantel Glauben
sich selber Mobberei erlauben.